MiniMax H3: kompletter Guide für Referenzen, Editing und Audio

MiniMax H3: kompletter Guide für Referenzen, Editing und Audio

Der komplette MiniMax-H3-Guide: Omni-Referenzen, nativer Stereo-Ton, anweisungsbasiertes Editing, getaktete Beat-Sheets und der Briefing-Aufbau, auf den das Modell ausgelegt ist.

MiniMax H3: Funktionen und Fähigkeiten

MiniMax H3 läuft je nach Quelle auch unter Hailuo 3.0 oder Hailuo 03. Es ist das multimodale KI-Videomodell von MiniMax, dessen Gewichte offen veröffentlicht sind.

Bisher brauchte eine Produktion drei Werkzeuge: eines zum Generieren, eines zum Bearbeiten, eines für Referenzen. H3 legt diese Schritte zusammen. Text, Bild, Video und Ton laufen in einen gemeinsamen Kontext, und zurück kommt ein fertiger Clip mit Bild und Ton.

Für Agenturen und Marketing-Teams im DACH-Raum zählt vor allem der zweite Punkt: weniger Übergaben zwischen Tools, und ein Ergebnis, das sich vorher beschreiben und hinterher nachvollziehen lässt.

FunktionWas sie machtAm besten für
Omni-ReferenzLiest bis zu 9 Bilder, 3 Videoclips und 3 Audiodateien als ein BriefingGesicht, Bewegung und Stimme in einem Schritt festlegen
Nativer Stereo-TonErzeugt Dialog, Effekte und Raumton direkt mit dem BildDrama, Werbung und Titelsequenzen mit Ton
Anweisungsbasiertes EditingÄndert nur das benannte Element, der Rest des Bilds bleibt stehenEinen guten Take korrigieren, ohne neu zu würfeln
Stimmklonen und -übertragungÜberträgt eine Stimme aus einer Referenzaufnahme auf eine FigurSynchronisation, neu besetzte Zeilen, Sprachwechsel
Mehrere Einstellungen in einem ClipBündelt mehrere Shots in einer Generierung von 5 bis 15 SekundenTitelsequenzen, Schuss-Gegenschuss-Montagen
2K bei 24 fpsKurze Bildkante mit 1440 Pixeln, in der Bildrate klassischer FilmproduktionLieferung ohne zusätzlichen Upscaling-Schritt

Omni-Referenzen

Hier ändert sich die Arbeitsweise am deutlichsten. Eine Generierung nimmt bis zu 9 Bilder, 3 Videoclips und 3 Audiodateien auf, zusammen höchstens 12 Dateien.

Jede Datei bekommt eine eigene Rolle. Ein Bild setzt die Figur, ein zweites den Ort. Ein Video liefert die Bewegung oder den Schnittrhythmus, eine Audiodatei die Stimme.

Für Video- und Audioreferenzen gelten zwei Grenzen: 2 bis 15 Sekunden je Datei, 15 Sekunden in Summe. Audio allein wird abgelehnt. Mindestens ein Bild oder Video muss danebenliegen.

Nativer Stereo-Ton

Ton ist kein zweiter Arbeitsschritt. Jede Generierung liefert Stereo-Audio aus demselben Durchgang wie das Bild.

Die Szene kommt entsprechend fertig zurück: die Zeile gesprochen, die Schritte hörbar, der Raum klingt bereits wie ein Raum.

Damit wird Ton zur Regieentscheidung. Wer Instrumente, Effekte und den Einsatzpunkt benennt, bekommt ein anderes Ergebnis als wer das Feld leer lässt.

Anweisungsbasiertes Editing

Stört an einem Clip nur ein Detail, dann benennen Sie genau dieses Detail.

Ein Motiv ersetzen, ein Objekt entfernen, den Hintergrund tauschen, von Tag auf Nacht umlichten, einen Effekt ergänzen, eine Dialogzeile neu sprechen lassen: Nur das benannte Element bewegt sich, der Rest des Bilds bleibt stehen.

Mehrere Änderungen passen in eine Anweisung. Das geht schneller als ein Neustart, und der Take, den Sie bereits abgenommen haben, überlebt die Korrektur.

Stimmklonen und -übertragung

Eine Referenzaufnahme gibt einer Figur eine Stimme, die sie im Clip nie hatte. Eine vorgegebene Zeile ersetzt das ursprünglich Gesagte, die Performance zieht mit.

Zusammen mit einem Identitätsbild reicht das, um eine Figur über eine ganze Sequenz wiedererkennbar zu halten, im Gesicht wie im Klang. Für Synchronisation und Voice-over ist das der praktisch nutzbare Teil.

Bildformat und Finishing

Text-zu-Video- und Referenz-Durchläufe bieten sechs Seitenverhältnisse, von 21:9 bis 9:16. Dazu kommt ein Auto-Modus für den Fall, dass die Referenzen die Einstellung vorgeben. First-und-Last-Frame-Durchläufe übernehmen schlicht das Verhältnis des hochgeladenen Bilds.

Die Ausgabe liegt bei 1440p und 24 fps, gemessen an der kurzen Bildkante. Ein 21:9-Master landet damit bei rund 2976 mal 1248 Pixeln.

Angekündigt ist außerdem ein 768p-Modus, dessen Ausgabe sich auf 1440p hochskalieren lässt. Als Entwurfsstufe wäre das der naheliegende Einsatz. Alle diese Werte sind öffentlich dokumentiert, sodass sich eine Lieferung vorab kalkulieren lässt.

MiniMax H3: Anwendungsfälle

Markenfilme und Werbespots

Spots und hochwertige Markenfilme, wie sie Agenturen für Kundenmarken produzieren. Ein Referenz-Set legt Darstellerin, Produkt und Schlussbild fest. Die Filmtextur wird bestimmt, nicht dem Zufall überlassen.

Eine Frau hebt eine facettierte Flasche im letzten Licht eines Dachglashauses

Vertikales Drama und Dialoge

Kurzform-Drama im Format 9:16, gebaut aus engen Einstellungen und Schuss-Gegenschuss-Schnitten. Die Zeile wird im selben Durchgang gesprochen wie das Bild entsteht. Performance und Sprachduktus kommen deshalb gemeinsam zurück.

Zwei Schwestern sitzen nachts mit Pappbechern in einem leeren Krankenhausflur

Erklärvideos und Titelsequenzen

Schulungs- und Erklärinhalte, bei denen Typografie als eigene Ebene arbeitet. Diagramme bauen sich auf, Bauchbinden tippen sich ein, der Musik-Einsatz sitzt auf dem benannten Beat. Nichts davon muss nachträglich angelegt werden.

Eine Titelsequenz aus Orbitaldiagrammen und Monospace-Credits auf Schwarz

Produktfilme für Shop und Messe

Produktfilme aus einem Standbild des realen Objekts, für Shop-Listings ebenso wie für den Messestand. Der Clip läuft von der vollen Ansicht über das Makrodetail bis zur gehaltenen Totalen. Das Produktbild sichert die Form, Kamera und Licht übernehmen den Verkauf.

Ein Tonarm senkt sich unter hartem Streiflicht auf eine sich drehende Schallplatte

Interface- und Spielkonzepte

Menüs, HUDs und Interaktionsdemos, Beat für Beat über den Clip getaktet. Panels gleiten, eine Auswahl trifft ein, die Welt lädt. Die Reihenfolge legen Sie fest, statt sie das Modell raten zu lassen.

Ein Angel-Simulator-Interface mit Inventar- und Wetter-Panels an einem Steg bei Morgendämmerung

Stilisierte und animierte Arbeiten

Papierschnitt, Stop-Motion und stilisierte Figurenarbeit. Eine Identitätsreferenz hält das Design über mehrere Einstellungen. Kostüm, Proportionen und Finish bleiben von Schnitt zu Schnitt gleich.

Mehrschichtige Papierschnitt-Animation eines Kindes, das an einem Drachen über einen Hügel gezogen wird

So holen Sie das Beste aus MiniMax H3

H3 belohnt ein Briefing, das wie ein Produktionsdokument aussieht, nicht wie ein einzelner Satz. Das Prompt-Feld fasst bis zu 7.000 Zeichen, und die Referenzbeispiele des Modells schöpfen diesen Raum weitgehend aus. Ein paar Gewohnheiten tragen den größten Teil der Qualität:

  • Geben Sie jeder Referenz eine Aufgabe. „Bild 1 setzt Stimmung und Filmtextur, Bild 2 ist die Darstellerin, Bild 3 das Produkt“ bringt mehr als vier Bilder auf gut Glück.
  • Versehen Sie die Beats mit Zeitangaben. 0 bis 2 Sekunden, 2 bis 5 Sekunden, und so weiter: Damit hat das Modell eine Reihenfolge für alle 15 Sekunden.
  • Sagen Sie, was fest bleibt. Eine Maske, eine Frisur, ein Kostüm. Benannte Konstanten verhindern das Abdriften mitten im Clip.
  • Schreiben Sie Ausschlüsse aus. Keine Untertitel, keine Wasserzeichen, keine moderne Kleidung, keine weichen Blenden. Vorgaben wirken nur, wenn sie dastehen.
  • Führen Sie den Ton als eigene Spur. Nennen Sie Instrumente, konkrete Geräusche und den Einsatzpunkt. Das Audio entsteht ohnehin, also bestimmen Sie es.
  • Benennen Sie die Übergänge. Wipe, harter Schnitt, Whip-Pan, Match-Cut auf eine Form. Ohne diese Angabe wird der Schnitt glatt und beliebig.
  • Beschreiben Sie die Aufnahme, nicht nur die Szene. Handkamera-Zittern, atmende Belichtung, nachziehender Autofokus, Korn. Daran erkennt ein Auge gefilmt statt gerendert.
  • Spezifizieren Sie die Typo-Animation. Einstieg, Dauer und Verbotsliste festlegen, dann hören Titel auf zu rotieren und zu hüpfen.
  • Korrigieren Sie über das Ziel. Sagen Sie, was sich ändert und was bleibt. Wer die ganze Einstellung neu würfelt, verliert den guten Take.
  • Planen Sie das Referenz-Budget. 12 Dateien sind die Obergrenze, Video und Audio zusammen 15 Sekunden, und Audio zählt nur mit einem Bild oder Video daneben.

Die vollständige Liste der Fähigkeiten und Spezifikationen finden Sie auf der MiniMax-H3-Modellseite.

MiniMax-H3-Prompt-Guide

Ein starkes H3-Briefing besteht aus fünf Blöcken. Gehen Sie sie vor dem Absenden durch. Danach ist entschieden, was das Modell sonst raten müsste.

BlockEnthältBeispiel
RollenWofür jede angehängte Referenz stehtBild 1 setzt die Werkhalle, Bild 2 ist die Meisterin
BeatsDer Ablauf über den Clip, mit Zeitangaben0 bis 5s tritt sie an die Werkbank, 5 bis 11s fällt die Frage
LookStil, Palette, Licht und Filmtextur16-mm-Korn, gedeckte Farben, hartes Oberlicht
SoundDialog, Effekte, Musik und ihr EinsatzpunktDurchgehend Hallenrauschen, ein Akzent beim Titel
GrenzenWas fest steht und was nicht vorkommen darfGarderobe halten, keine Untertitel, kein Wasserzeichen

Schwache vs. starke Prompts

Der Unterschied liegt fast immer in der Genauigkeit bei Zeit, Referenzrollen und Ton.

FokusSchwachStark
ReferenzrollenNutze diese BilderBild 1 setzt die Filmtextur, Bild 2 ist die Meisterin, Bild 3 das Werkstück in ihrer Hand
TimingSie nimmt das Werkstück0 bis 5s geht sie durch die Halle, 5 bis 10s hebt sie das Werkstück ins Licht, 10 bis 15s legt sie es ab
TonEtwas Musik dazuDurchgehend Maschinensummen und Regen auf dem Hallendach, eine gehaltene Cellonote, während das Licht durchfällt

Häufige Fehler

  • Referenzen anhängen, ohne ihre Aufgabe zu nennen. Dann rät das Modell, welches Bild die Szene führt.
  • Ein Standbild beschreiben statt einer Handlung, die über die volle Clip-Länge läuft.
  • Das Audio unbeschrieben lassen und den zurückkommenden Ton anschließend dem Modell anlasten.
  • Eine Audioreferenz allein schicken. Ohne begleitendes Bild oder Video wird sie abgelehnt.
  • Die ganze Einstellung für ein einzelnes Objekt neu würfeln, obwohl eine Editing-Anweisung den Rest des Takes erhalten hätte.

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Häufig gestellte Fragen

Wie schreibe ich einen guten MiniMax-H3-Prompt?
Schreiben Sie ein Briefing, keine Bildunterschrift. Fünf Blöcke tragen es: Rollen, Beats, Look, Sound und Grenzen. Sagen Sie, wofür jede Referenz steht. Legen Sie die Handlung über die volle Clip-Länge an. Bestimmen Sie die Bildsprache, führen Sie den Ton als eigene Spur, und schließen Sie mit dem, was fest bleibt. Das Prompt-Feld fasst bis zu 7.000 Zeichen. Platz für alle fünf Blöcke ist also da.
Kann ich mit MiniMax H3 eine deutsche Stimme klonen?
Sie liefern eine Referenzaufnahme, und MiniMax H3 überträgt diese Stimme auf die Figur im Clip. Die Sprache der Aufnahme bestimmt, was am Ende zu hören ist. Für deutsches Voice-over, für Synchronisation oder für eine neu besetzte Zeile ist das der übliche Weg. Eine offizielle Liste unterstützter Sprachen veröffentlicht MiniMax nicht. Testen Sie Ihre deutsche Referenz deshalb an einem kurzen Clip, bevor Sie eine ganze Sequenz darauf aufbauen.
Eignet sich MiniMax H3 für Erklärvideos und Schulungsinhalte?
Ja. In eine Generierung von 5 bis 15 Sekunden passen mehrere Einstellungen, und der Ton entsteht im selben Durchgang. Der Sprechertext sitzt damit von Anfang an auf dem Bild. Für Bauchbinden und Diagramme geben Sie der Typografie einen Einstieg, eine Dauer und eine Verbotsliste vor. Längere Schulungsvideos setzen Sie aus mehreren Generierungen zusammen und halten sie über dieselben Referenzen zusammen.
Wie funktionieren Referenzen bei MiniMax H3?
Sie hängen bis zu 9 Bilder, 3 Videoclips und 3 Audiodateien an, höchstens 12 Dateien pro Generierung. Video- und Audioreferenzen laufen 2 bis 15 Sekunden je Datei und 15 Sekunden in Summe. Audio allein wird abgelehnt, mindestens ein Bild oder Video muss mitreisen. Benennen Sie im Prompt die Aufgabe jeder Referenz. Dann ist klar, welche die Figur setzt, welche den Ort und welche den Schnittrhythmus.
Kann MiniMax H3 Dialoge und Ton erzeugen?
Ja. Jede Generierung liefert nativen Stereo-Ton aus demselben Durchgang wie das Bild. Gesprochene Zeilen, Effekte und Raumton kommen gemeinsam zurück, statt später ergänzt zu werden. Führen Sie das Audio wie eine eigene Spur: Instrumente benennen, den Einsatzpunkt setzen, die gewünschten Geräusche auflisten. Sagen Sie außerdem, was stumm bleiben soll.
Kann ich einen MiniMax-H3-Clip bearbeiten, ohne ihn neu zu berechnen?
Ja, und das ist der schnellere Weg. Anweisungsbasiertes Editing ändert nur das benannte Element. Licht, Bildausschnitt und Performance, die Sie schon abgenommen haben, bleiben stehen. Abgedeckt sind Motivwechsel, entfernte Objekte, neue Hintergründe, ein Umlichten von Tag auf Nacht, zusätzliche Effekte und eine ersetzte Dialogzeile. Mehrere Änderungen passen in eine einzige Anweisung.