
Ein Zeichen auf Stoff
Fotografie eines geteilten Stoff-Noren-Vorhangs in einem Türrahmen mit einem großen, von Hand gepinselten japanischen Zeichen, 「ゆ」, gelesen yu, dem traditionellen Zeichen eines Badehauses. Indigogefärbte Baumwolle, das Zeichen in Weiß ausgespart. Ein Luftzug hat die beiden Bahnen leicht auseinandergeschoben, sodass das Zeichen über den Spalt hinweg bricht. Eine schmale Steingasse am frühen Abend, nass von einem Schauer, eine warme Lampe über der Tür und kühles blaues Licht dahinter. Dampf zieht in Knöchelhöhe heraus, sonst steht nirgends im Bild Schrift, Hochformat 3:4.
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Kyrillisch auf Email
Fotografie eines Stationsschilds aus Emaille, das an eine geflieste U-Bahn-Wand geschraubt ist, mit einem Wort in kyrillischen Großbuchstaben, 「ОЗЁРНАЯ」, in einer schlichten Groteskschrift. Cremefarbener Emailleuntergrund mit dunkelblauen Buchstaben, zwei kleine Abplatzer am unteren Rand zeigen das schwarze Eisen darunter, vier Schraubenköpfe sind sichtbar. Die glänzende Oberfläche fängt eine weiche Spiegelung der Bahnsteiglichter. Dahinter kleine quadratische Fliesen mit altersdunklen Fugen, unten ein gefliester Sockel. Gleichmäßiges Deckenlicht, gedämpfte Palette, scharf genug, um jeden Buchstaben zu lesen, Format 1:1 quadratisch.
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Geschnittenes Siegel und sein Abdruck
Makrofotografie eines geschnittenen Steinsiegels, das neben dem Abdruck liegt, den es gerade auf Reispapier hinterlassen hat. Das Siegel ist so gedreht, dass seine Fläche nicht zu sehen ist. Zu sehen ist der zinnoberrote Abdruck auf dem Papier daneben mit zwei großen, klar lesbaren chinesischen Schriftzeichen, 「山水」, shan shui, das heißt Landschaft, richtig herum in kräftiger eckiger Siegelschrift gedruckt. Blassgrüner Speckstein mit rostfarbenen Sprenkeln, Meißelfacetten an den Kanten, ein Fleck roter Paste an einer Ecke. Weiches Fensterlicht von links oben, warme Papierfasern, geringe Schärfentiefe, nirgends sonst Text, Format 1:1 quadratisch.
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Ein Blick aus dem Bild
Filmbild von zwei Menschen an einem Küchentisch, so inszeniert, dass sie einander nicht ansehen: Die Jüngere, Mitte zwanzig, wendet sich dem linken Bildrand zu und blickt auf etwas außerhalb des Bildes, während die Ältere sie beobachtet, statt ihrem Blick zu folgen. Eine Tasse auf halbem Weg zum Mund, ein zurückgeschobener Stuhl. Morgenlicht durch eine halb heruntergelassene Jalousie von links, Staub im Strahl, die ferne Seite des Raums fällt in weichen Schatten ab. Gedämpfte häusliche Palette, natürliche Haut, Breitbild 16:9.
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Über die Schulter, mit Enthüllung
Filmbild über die Schulter: Die nahe Schulter und ein Hinterkopf füllen unten links das Bild in weichem Fokus. Der scharfe Teil des Bildes ist das, was dahinter liegt, ein langer Gewächshausgang mit einer fehlenden Glasscheibe, durch deren Lücke ein Feigenbaum gewachsen ist. Eine Frau im Overall steht darunter und blickt nach oben, eine Gartenschere an ihrer Seite. Durch das Glasdach gefiltertes grünes Licht, Kondenswasser läuft innen herab, Terrakotta und Moos auf den Regalen. Natürliche Farben, tiefes Detail im Laub, 4:3.
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Eine Farbe, viele Helligkeitswerte
Lange Bahnen frisch gefärbten Stoffs, zum Trocknen an hohen Leinen aufgehängt, das ganze Bild bleibt in einer Farbfamilie aus tiefem Indigo. Die Abwechslung kommt allein aus dem Helligkeitswert: fast schwarz in den nassen Falten, mittleres Blau, wo der Stoff doppelt liegt, fast weiß, wo die Sonne durch eine einzelne Lage dringt. Ein Färber in Gummischürze reicht nach oben, um eine Bahn zu richten, bis zu den Ellbogen blau. Harte Sonne von oben, der Stoff bewegt sich leicht, Tropfen dunkeln den Staub darunter. Satte Farben, Hochformat 3:4.
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Farbe, den Hang hinauf gestapelt
Bemalte Häuser, einen steilen Hang hinauf gestapelt, die Farbe vom Gelände geordnet statt gestreut: warme Ocker- und Rosatöne unten, wo das Licht noch hinkommt, kühler werdend zu Flieder und Schiefer oben, wo der Hang schon im Schatten liegt. Wäscheleinen zwischen den Ebenen, Treppen schneiden diagonal durch, ein einzelner Kirchturm bricht die Skyline. Späte Sonne von links streift den Putz, sodass jede Wand ihre Struktur zeigt. Satte Farben, keine zwei Häuser gleich, tiefes Detail überall, Hochformat 9:16.
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Ein Stapel koreanischer Schilder
Fotografie, die eine schmale sechsstöckige Gebäudefront hinaufblickt, die mit übereinander gestapelten koreanischen Schildern bedeckt ist, eines pro Stockwerk. Das nächste und größte liest 「국수」, guksu, das heißt Nudeln, in kräftigem, rundem Hangul. Es ist das einzige, das voll lesbar sein muss. Die oberen werden mit der Entfernung kleiner und weicher. Bemalte Tafeln und Leuchtkästen in Rot, Senfgelb und Weiß, Kabel kreuzen die Fassade, eine Klimaanlage hängt an einer Konsole. Blaue Stunde am oberen Bildrand, warmes Licht fällt aus dem Erdgeschoss, Hochformat 9:16.
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Devanagari, handgemalt
Fotografie einer handgemalten Kinotafel, die halb montiert über einer belebten Straße hängt, mit dem Devanagari-Wort 「सिनेमा」, Kino, dessen Buchstaben an einem durchgehenden waagerechten Kopfbalken über der Oberkante hängen. In leuchtendem Kadmiumgelb auf einer gesättigten roten Tafel gemalt, Pinselstruktur sichtbar, ein Buchstabe wird gerade von einem Maler auf einer Bambusleiter nachgezogen. Dahinter bemalte Porträttafeln in flachen, kräftigen Farben. Harte Mittagssonne, tiefer Schatten unter der Tafel, Staub in der Luft, keine weitere Schrift, Hochformat 3:4.
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Zwei Sprachen, eine Tafel
Eine botanische Bestimmungstafel in Aquarell, in zwei Schriften beschriftet, die verschiedene Aufgaben haben: der Fachname in kleiner kursiver lateinischer Schrift unter dem Exemplar und der Alltagsname in japanischer Katakana, 「モミジ」, momiji, am rechten Rand entlang. Ein Ahornzweig im Wandel der Jahreszeiten, drei Blätter und eine geflügelte Frucht, jeweils mit einer feinen Haarlinie, die auf sie zeigt. Genaue Aderung und Farbübergänge auf jedem Blatt, warmes elfenbeinfarbenes Papier, zurückhaltende Palette, keine weitere Schrift, Hochformat 4:5.
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Kleine Figur, weiter Ausschnitt
Weites Filmbild, in dem die Landschaft neun Zehntel des Bildes einnimmt und eine einzelne gehende Figur ein Drittel von links steht, so klein, dass der Maßstab spricht. Ein Schäfer quert ein hohes Moor unter aufgerissenem Himmel, ein Hund irgendwo voraus, eine Trockenmauer läuft vom vorderen Rand bis zum Horizont und gibt dem Auge seinen Weg. Spätes Licht bricht in einem Strahl auf den fernen Hügel durch, während der Vordergrund im Schatten bleibt. Wehendes Gras, natürliche gedämpfte Farben, Breitbild 16:9.
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Aus dem Bild gehen
Eine Figur geht am rechten Bildrand aus dem Bild, schon halb vom Rand angeschnitten, sodass nur ein nachgezogener Arm, ein Bein und der Schwung eines Mantels im Bild bleiben. Dahinter der lange geflieste Flur eines städtischen Hallenbads, leer, der nasse Boden wirft eine weiche Spiegelung der Lichter zurück. Türen reihen sich rhythmisch an einer Wand, ein Handtuch liegt auf einer Bank. Kühle grüne Fliesen und warmes Glühlampenlicht, Bewegungsunschärfe nur in der nachgezogenen Hand, alles andere ruhig, Hochformat 4:5.
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Zwei Farben gegeneinander
Eine Slipanlage bei Niedrigwasser, an der zwei Farben in ungleicher Aufteilung gegeneinander arbeiten: Kaltes Blaugrau nimmt den größten Teil des Bildes ein, im nassen Schlick, in den Rümpfen und im Himmel, und ein warmes Orange nur wenig, in einem umgedrehten Dingi, einem Haufen Bojen und einem Paar Wathosen. Nichts dazwischen. Ein Mann kratzt Algen vom Kiel, über die Arbeit gebeugt. Flaches bedecktes Licht, sodass die Farbe ohne Sonne wirkt, satte natürliche Sättigung, feine Textur im Schlick und im abblätternden Lack, 4:3.
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Arabisch, von Hand gemalt
Fotografie eines Bäckereischilds, das direkt auf eine verputzte Wand über einem Schaufenster gemalt ist, in fließender, handgemalter arabischer Thuluth-Schrift, von rechts nach links, mit dem Wort 「مخبز」, makhbaz, das heißt Bäckerei. Tiefgrüne Farbe auf warmer Ockerwand, die Pinselstriche werden dicker und dünner, ein Buchstabe wurde dort leicht übermalt, wo der Putz gerissen war. Spätnachmittagssonne streift von links über die Wand, sodass die erhabenen Farbkanten winzige Schatten werfen. Oben im Bild eine gestreifte Markise, unten in der Tür kühlen Bleche aus, sonst keine Worte an der Wand, 5:4.
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Thai-Tafel mit Preisen
Fotografie einer handgeschriebenen Speisetafel, die an einem Imbisswagen festgeschnallt ist, mit dem thailändischen Wort 「ข้าว」, khao, das heißt Reis, über drei mit Kreide geschriebenen Preisen. Weißer Kreidestift auf einer zerkratzten schwarzen Tafel, die Buchstaben uneben, wo die Hand schneller wurde, ein Preis wurde abgewischt und neu geschrieben. Ein Wagen aus Edelstahl, ein Stapel Schüsseln, am Bildrand steigt Dampf aus einem Topf. Warmes Glühbirnenlicht darüber vor kühlerem Straßenlicht dahinter, die Tafel scharf und alles dahinter weicher, keine weiteren Worte, Hochformat 4:5.
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Griechisch auf der Kreidetafel
Fotografie einer Kreidetafel, die vor einer Hafentaverne an einen Stuhl gelehnt ist, mit einem Wort in griechischen Großbuchstaben, 「ΨΑΡΙΑ」, psaria, das heißt Fisch, groß von Hand geschrieben. Die Kreide liegt über den Geisterspuren der gestrigen Schrift, die abgewischt, aber nicht gereinigt wurde, sodass blasse ältere Buchstaben durchscheinen. Die Tafel ist an den Ecken zerkratzt, ein Scharnier wurde mit Draht repariert. Helles reflektiertes Licht vom Wasser von links, dahinter weiche Boote und blaue Rümpfe, eine Katze schläft unter dem Stuhl, 4:3.
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Drei Tiefenebenen
Filmbild einer Bootsbauerhalle mit drei klar zugewiesenen Ebenen: Im Vordergrund, unscharf, liegt eine Taurolle, und die Kante einer Werkbank schneidet unten links durchs Bild. In der Mitte hobelt der Bootsbauer eine lange Planke, beleuchtet von einer Tür rechts außerhalb des Bildes. In der fernen Tiefe zeigt sich durch die offenen Tore eine helle Flussmündung mit einem Rumpf am Liegeplatz. Staub hängt im Lichtschacht. Warmes Holz vor kühlem Tageslicht, anamorphotische Anmutung, natürliche Farben, Breitbild 16:9.
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Der Moment davor
Filmbild einer kleinen Konzertsaalbühne eine Minute, bevor die Musiker zurückkehren. Niemand ist da, aber jede Spur von ihnen ist geblieben: ein Cello liegt seitlich an einem Stuhl, ein Bogen liegt quer auf einem Notenständer, drei Stühle stehen in verschiedenen Winkeln, über einer Lehne hängt eine Jacke. Das Saallicht ist noch an, ein warmes Bühnenlicht schon an. Noten liegen aufgeschlagen und mit Bleistift markiert da, ein Wasserglas ist halb leer. Tiefroter Bestuhlung dahinter, weich und leer, natürliche Farben, Breitbild 16:9.
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Alle tun etwas anderes
Eine belebte Familienküche am Ende einer Mahlzeit, fünf Menschen, und jeder mit einer anderen Aufgabe: eine trägt Teller mit beiden Händen zur Spüle, ein anderer bückt sich zu einem tiefen Schrank, ein Teenager auf einem Hocker scrollt und ignoriert alles, ein kleines Kind sitzt mit einem Hund unter dem Tisch, und jemand steht halb im Mantel an der Tür. Niemand blickt in die Kamera. Warmes Pendellicht über dem Tisch vor kühlem Abendblau am Fenster. Echtes Durcheinander auf allen Flächen, natürliche Haut, tiefes Detail, 5:4.
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Sättigung mit Grenze
Ein Pigmentstand unter einer Leinwandmarkise, Farbpulver zu steilen Kegeln in offenen Säcken aufgeschüttet: Zinnober, Chromgelb, Ultramarin, Malachitgrün und ein tiefer Krapp. Jeder Kegel hat eine Delle, wo ein Löffel genommen hat, feiner Staub liegt auf den Rändern. Die neutralen Dinge im Bild tragen es, ein abgenutzter Holzlöffel, braune Papiertüten, das Grau der Theke, sodass die Farbe etwas hat, wogegen sie stehen kann. Durch die Leinwand gefiltertes Tageslicht, weicher Schatten, Staub schwebt in der Luft, Format 1:1 quadratisch.
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